Call for Papers

Der Call for Papers ist bis 4. Mai 2020 31. Oktober 2020 geöffnet. Einreichungen erfolgen über Easychair.

Die Digitalen Geisteswissenschaften sind ein Feld innovativer Methoden, deren Entwicklung selbst Teil kreativer Prozesse ist. Die Digitalen Geisteswissenschaften in Österreich waren schon immer vom reichen Kulturerbe des Landes geprägt, das weit über das häufig auf einen engen Textbegriff reduzierte Verständnis ihrer möglichen Untersuchungsgegenstände hinausgeht:

Sprach- und Videomaterial, Bilder, Artefakte, Konkrete Poesie, Code-Poetry oder Born-Digital-Material sind ebenfalls Untersuchungsgegenstände der Digitalen Geisteswissenschaften, denn sie alle sind Produkte der Gegenwartskultur wie als Dokumentation von vergangenem Kulturschaffen. Es ist also an der Zeit, auch die österreichische Community zum „großen Zelt“ der Digitalen Geisteswissenschaften weiterzuentwickeln und die Entwicklungen in digitaler Kunstgeschichte, Visualisierung, digitaler Archäologie, Simulation, digitaler Musikwissenschaft, Gamification, Public Engagement, Digital Heritage Science, digitaler Zeitgeschichte, digitaler Sprachverarbeitung, digitaler Literaturwissenschaft und vielem anderen mehr zu präsentieren. Das „Big Tent“ aufrecht zu halten, ist jedoch keine Aufgabe, die mit etablierten Forschungsmethoden alleine lösbar ist. All die genannten Ansätze produktiv zusammenzubringen erfordert kreative Theorien, Methoden und Verfahren, wie sie von der lebendigen DH-Community in Österreich entwickelt werden. Die DHA2020->1 will deshalb ihren Blick besonders auf die Künste richten. Dort sind bereits Methoden entstanden, die einen produktiven Blick auf digitale Methoden und digitale Objekte richten: Video-, Medien- und Digitale Kunst durchforsten Archive, arbeiten sich durch Big Data und nutzen Artefakte der Digitalen Kultur, um neue künstlerische Räume zu kreieren, Ästhetiken zu befragen und sinnliche Erfahrungen zu schaffen.

Die DHA2020->1 will also erstens ein Abbild der regen österreichischen DH-Community sein, die dazu eingeladen ist, ihre Arbeit zu präsentieren und zur Diskussion zu stellen. Sie will sich zweitens aber auch anregenden Beiträgen aus der ganzen Welt öffnen, die in Kooperation mit österreichischen Forscherinnen und Forschern und in Reaktion auf ihre Forschungsergebnisse entstanden sind oder die sich mit Schöpfungen und Handeln der Menschen in Österreich in Vergangenheit und Gegenwart auseinandersetzen.

Die Konferenz erweitert sich drittens auch auf das künstlerische Schaffen im Bereich des Digitalen. Künstlerinnen und Künstler sind eingeladen, Arbeiten zu zeigen, ihren Zugang zu und ihre digitale Bearbeitung von (digitalen) Archiven zu präsentieren sowie ihre Verortung in der Diskussion um künstlerische Forschung darzulegen. Der Ort der Konferenz – die Universität für angewandte Kunst Wien – ermöglicht es, Beispiele in innovativer Form zu präsentieren. Die DHA will deshalb auch eine Mischform analog-digitalen Ausstellens für die Call-basiert identifizierten Projekte ermöglichen.

Gleichzeitig mit der Konferenz werden die Projekte des von der ÖAW ausgeschriebenen Forschungsförderungsprogramms go!digital Next Generation (2019–2020) vorgestellt. Im Rahmen des “DHA go!es digital Days” präsentieren die go!digital Projekte ihre aktuellen Fortschritte am 25. September 2020 bei der virtuellen Auftaktveranstaltung der DHA2020->1. Im Rahmen der Präsenzkonferenz in der ersten Jahreshälfte 2021 haben die Projekte die Möglichkeit, eine Abschlusspräsentation zu geben. Das Programmkommittee bittet jene, die diese Möglichkeit wahrnehmen möchten, um Einreichungen auf den CfP.

Auch die Gewinner*innen des ACDH-CH hackathons 2020 werden im Rahmen der Preisverleihung auf der Präsenzkonferenz Gelegenheit haben, ihre Projekte vorzustellen.

Modalitäten

Die Konferenz sieht folgende Formate vor:

  • Ein Vortrag stellt Forschungsergebnisse vor, die in einem Zeitraum von 20 Minuten dem Publikum präsentiert werden. Ein Vorschlag für einen Vortrag hat ca. 2000 Zeichen (ohne Leerzeichen) und eine Bibliographie.
  • Ein Poster dokumentiert laufende Forschungsarbeiten, die noch zu keinen finalen Ergebnissen gekommen sind. Der Postersession geht ein Poster-Slam voraus, in dem jedes Poster in je 1 min dem Publikum persönlich vorgestellt wird. Ein Vorschlag für ein Poster hat ca. 1000–1500 Zeichen (ohne Leerzeichen).
  • Ein künstlerischer Beitrag ist eine innovative Form der Präsentation von Kunst oder künstlerischer Forschung. Sie ist eine Mischung analog-digitaler Formen, in der sich künstlerische Arbeiten, Forschungsvorhaben und -ergebnisse treffen, die sich nicht im Vortrags- oder Posterformat abbilden lassen. Der Vorschlag für einen künstlerischen Beitrag beschreibt neben dem Projekt (rund 1500 Zeichen ohne Leerzeichen) auch das Format (nicht mehr als 1000 Zeichen ohne Leerzeichen) und benennt die für den Beitrag notwendige Technik, wobei explizit darauf hinzuweisen ist, wenn die Technik nicht von den Vorschlagenden selbst beigesteuert werden kann. Künstlerische Beiträge können unter anderem sein: Performance Lecture, Artist talk, Code Poetry/ Executed Code, oder ein Ausstellungsbeitrag.
  • Ein Panel versammelt mehrere Forscherinnen und Forscher, Künstlerinnen und Künstler, die einleitend in kurzen Statements (nicht mehr als 5 min) zu einem gemeinsamen Thema Stellung nehmen und die Möglichkeit geben, das Thema mit dem Publikum zu diskutieren. Ein Panel ist keine Vortragsserie. Ein Vorschlag für ein Panel hat ca. 2000–2500 Zeichen (ohne Leerzeichen).
  • Ein Workshop ist eine Veranstaltung, an der das Publikum aktiv beteiligt ist. Ein Workshop ist keine Minikonferenz. Ein Workshop braucht mindestens einen halben Tag. Ein Workshop-Vorschlag enthält einen groben Zeitplan. Der Vorschlag hat ca. 2000 Zeichen (ohne Leerzeichen). Es gibt zwei Formen des Workshops:
  • Ein Einführungs-Workshop führt praktisch in eine spezifische Technologie oder Problemlösung ein. Der Vorschlag beschreibt die Technologie bzw. Problemlösung, skizziert ein didaktisches Konzept des Workshops und benennt die DozentInnen.
  • Ein interaktiver Workshop ist eine Veranstaltungsform, in der die OrganisatorInnen mit den TeilnehmerInnen interagieren, z.B. in Form eines gemeinsamen Hacks, einer Data-Challenge oder anderer kreativer Formen. Der Vorschlag beschreibt den Datensatz bzw. die Zielstellung und die gewählte Interaktionsform.

Die Vorschläge für die Konferenz werden direkt im Konferenzsystem Easychair erfasst, d.h. es sind keine PDF-Anhänge vorgesehen.

Konferenzsprachen sind Englisch und Deutsch. Die Einreichungen der Beiträge können ebenfalls auf Deutsch oder Englisch verfasst sein.